Ein Blick über den Tellerrand von Contergan: Duogynon

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maddocmuc
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Ein Blick über den Tellerrand von Contergan: Duogynon

#1

Beitrag von maddocmuc » Mittwoch 9. Juni 2010, 22:55

Beim Bliick über den Contergan-Tellerrand kommt man nicht umhin, sich mit dem Thema Duogynon zu befassen.
Das Präparat wurde im Rahmen eines Schwangerschaftstestes etwa zur Zeit von Contergan Müttern verabreicht.
Es werden umfangreiche innere und äußere Schäden damit in Verbindung gebracht.

Hier einige interessante Links zum Thema....

http://www.duogynonopfer.de/

http://www.lifegen.de/newsip/shownews.p ... 615&pc=s02

http://www.cbgnetwork.org/

http://www.medizinrecht-heynemann.de/in ... gynonopfer

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Maren
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#2

Beitrag von Maren » Donnerstag 10. Juni 2010, 16:17

Meines Wissens wurde Duogynon schon damals als ursächlich für unsere Schäden mitverdächtigt.......
Das Schadensbild ist aber wohl ganz anders als bei uns, oder?

Grüße
Maren
Leben und leben lassen .....

Daniel

#3

Beitrag von Daniel » Donnerstag 10. Juni 2010, 22:06

Maren hat geschrieben:Meines Wissens wurde Duogynon schon damals als ursächlich für unsere Schäden mitverdächtigt.......
Das Schadensbild ist aber wohl ganz anders als bei uns, oder?

Grüße
Maren
Presseberichte hat geschrieben: In den siebziger Jahren hatten Frauen das Hormonpräparat Duogynon verschrieben bekommen, um damit zu testen, ob sie schwanger sind. Rund tausend Frauen brachten in der Folgezeit Kinder mit Wasserkopf, offenem Bauch, offenem Rücken oder Missbildungen der inneren Organe zur Welt.
Quelle

Zimmi
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#4

Beitrag von Zimmi » Freitag 11. Juni 2010, 18:21

Hallo Maren,

meiner Meinung nach ist das Schadensbild in diesem Zusammenhang unwichtig. Interessant sind für mich die Parallelen zu Contergan. Bei beiden wurde es als harmlos gepriesen. Der gravierende Unterschied, die haben noch keine Entschädigung, während wir schon etwas erhalten haben.

Ich könnte mir aber vorstellen, wenn es zu einer Entschädigung kommt, ist es für uns ein interessanter Ansatzpunkt, unsere Forderungen in Erinerung zu rufen. Man muß auch abwarten, wie hoch die Entschädigung ausfallen wird, wenn es zu einer kommen wird.

Gruss Zimmi
http://www.contergan-info.de
http://www.zwinger-von-zimdarsen.de

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Maren
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#5

Beitrag von Maren » Samstag 12. Juni 2010, 11:54

Zimmi hat geschrieben:Hallo Maren,

meiner Meinung nach ist das Schadensbild in diesem Zusammenhang unwichtig. Interessant sind für mich die Parallelen zu Contergan. Bei beiden wurde es als harmlos gepriesen. Der gravierende Unterschied, die haben noch keine Entschädigung, während wir schon etwas erhalten haben.

Ich könnte mir aber vorstellen, wenn es zu einer Entschädigung kommt, ist es für uns ein interessanter Ansatzpunkt, unsere Forderungen in Erinerung zu rufen. Man muß auch abwarten, wie hoch die Entschädigung ausfallen wird, wenn es zu einer kommen wird.

Gruss Zimmi
Maren hat geschrieben:Meines Wissens wurde Duogynon schon damals als ursächlich für unsere Schäden mitverdächtigt.......
Das Schadensbild ist aber wohl ganz anders als bei uns, oder?
Hallo Zimmi!
Das Hervorgehobene war mir eigentlich wichtig.....

Richtig und auch für mich wichtig ist Dein Zusatz: Entschädigung.......

Grüße aus DO
Maren
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#6

Beitrag von maddocmuc » Sonntag 30. November 2014, 19:31

Zimmi hat geschrieben:Hallo Maren,

....Interessant sind für mich die Parallelen zu Contergan. Bei beiden wurde es als harmlos gepriesen. ....

Gruss Zimmi
Hinweise darauf, dass die fruchtschädigende Wirkung von Duogynon der Herstellerfirma Firma bekannt war finden sich in dieser Pressemitteilung:

click me!

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#7

Beitrag von maddocmuc » Samstag 25. Februar 2017, 18:10

noch ein Blick:

http://deutsch.medscape.com/artikelansi ... 77PV&faf=1

teratogene Wirkung von Valproat
Man muss den Menschen reinen Wein einschenken. Oder Gin. Gin geht auch.

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#8

Beitrag von Ibuki » Samstag 25. Februar 2017, 19:00

Ich wünsche den Betroffenen wirklich viel Erfolg bei ihrem Kampf nach Gerechtigkeit.

Leider bin ich pessimistisch. Duogynon, das ist ein schwierig zu merkender Name.

Wir als Contis hatten es da einfacher unser Anliegen bekannt zu machen. Unsere oft sehr leicht erkennbaren Schäden plus die Anzahl der Behinderten plus der leicht zu merkende Namen plus der Film eine einzige Tablette plus das Denkmal.

All dies und noch andere Gründe bilden den Hintergrund dafür das wohl keine Behindertengruppe in Deutschland so hohe Geldbeträge erstreiten konnten wie wir.

Liebe Grüße

Ibuki

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#9

Beitrag von maddocmuc » Freitag 17. November 2017, 09:23

Man muss den Menschen reinen Wein einschenken. Oder Gin. Gin geht auch.

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#10

Beitrag von Maren » Freitag 17. November 2017, 20:14

Das Schlimme an diesem Skandal ist in meinen Augen:
"Duogynon" war auch schon in den 1950gern auf dem Markt
- ganz perfide als Schwangerschaftstest......
Es blieb sogar bis 1980 erhältlich
und es war schon bei der Aufdeckung "unseres" Skandals angeblich unter Verdacht.

Der absolute Gipfel ist es in meinen Augen, dass die britische Studie:
Ärzteblatt hat geschrieben:Einen kausalen Zusammenhang konnte das britische Expertengremium trotz einer statistisch signifikanten Häufung von Geburts­fehlern nicht feststellen.
Hätte man das auf uns übertragen.......
Vielleicht ist es auch im Falle der Duogynon-Opfer so, dass es eine "sensible Phase" gibt, um Schäden zu verursachen?


Ich wünschte, ich sähe eine Möglichkeit für die Opfer Unterstützung zu leisten.

Entrüstete Grüße
Maren :sagnichts
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#11

Beitrag von TheoGreb » Samstag 18. November 2017, 01:57

Traurig, aber es passt wie so oft, die Schädiger Firma muß nur groß sein, sehr groß wie z.B. Bayer oder es ist die öffentliche Hand beteiligt z.B. Duisburg(Loveparade in Duisburg) oder Deutsche Bahn(ICE-Unfall von Eschede) , schon gucken die Opfer in die Röhre...
Wie heißt es so schön Gewinne werden Privatisiert und Verluste sozialisiert, Traurig.

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#12

Beitrag von Maren » Samstag 18. November 2017, 13:38

Mir drängt sich der perfide Verdacht auf, dass man aus dem Contergan-Skandal in sofern "gelernt hat",
dass so wie im Falle der Duogynon-Opfer abgeblockt und heruntergespielt wird
und mit dieser Zermürbungstaktik kommt man durch.
:angry

Gruß
Maren
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#13

Beitrag von Ibuki » Samstag 18. November 2017, 16:22

Die Duogynon-Opfer haben ein großes Problem. "Nur" gut 400 Opfer haben sich in Deutschland gemeldet. Die Contis haben mehr als die 10fache Opferanzahl gehabt.

Wenn nun Wissenschaftler darüber zu befinden haben ob ein Medikament eine schwere Nebenwirkung verursacht, dann ist es klar das dieser Zusammenhang natürlich viel offensichtlicher ist wenn sofort abertausende Opfer zu sehen sind als wenn vergleichsweise nur vereinzelt diese schweren Nebenwirkungen auftreten.

Auch haben diese wenigen Hundert Menschen es viel schwerer sich zu vernetzen und Öffentlichkeit zu mobilisieren.

Es ist schade aber Recht haben und Recht zu bekommen ist nicht das Gleiche.

Liebe Grüße

Ibuki

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#14

Beitrag von maddocmuc » Montag 4. Dezember 2017, 10:29

Maren hat geschrieben:Mir drängt sich der perfide Verdacht auf, dass man aus dem Contergan-Skandal in sofern "gelernt hat",
dass so wie im Falle der Duogynon-Opfer abgeblockt und heruntergespielt wird
und mit dieser Zermürbungstaktik kommt man durch.
:angry

Gruß
Maren
Genauso wie die Nachkommen mit schweren Schäden der Soldaten, die bei der Bundeswehr zuviel Radarstrahlung abbekommen haben.
Originalzitat eines Verantwortlichen der Regierung mir gegenüber damals: "Die sind da ganz schön abserviert worden, aber wir hatten durch Contergan halt viel gelernt..."
Man muss den Menschen reinen Wein einschenken. Oder Gin. Gin geht auch.

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#15

Beitrag von Maren » Dienstag 5. Dezember 2017, 15:44

W-i-d-e-r-l-i-c-h!

Grüße
Maren :angry
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